1970 - 1979
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Geschichte der CDU Bergen von 1970 - 1979

Nach den positiven Entwicklungen im „Wirtschaftswunderland“ Bundesrepublik folgte in den 70er Jahren eine Zeit der Ernüchterung. Politisch gesehen, blieben aus diesem Jahrzehnt u. a. folgenden Ereignisse im Gedächtnis: Der Kniefall von Warschau durch Bundeskanzler Willy Brandt; das gescheiterte konstruktive Misstrauensvotum der CDU vom 27. April 1972 im deutschen Bundestag; die Watergate-Affäre in den USA; die Guillaume-Affäre in Deutschland; das Ende des Vietnamkriegs; der „Deutsche Herbst 1977“; der NATO-Doppelbeschluss und sicher auch die Gemeindereform, die direkte Auswirkungen auf die Stadt Bergen hatte.

Wirtschaftlich machten besonders die Ölkrise 1973 und die damit verbundene Wirtschaftskrise der jungen Bundesrepublik zu schaffen. Auch Bergen blieb hiervon nicht verschont und war in diesem Jahrzehnt weit entfernt von den „Problemen“, die man noch Anfang der 60er Jahre hatte, als man keine Firmenansiedlungen mehr aufnehmen konnte, da es nicht genug Arbeitskräfte gab.

Eine ganz entscheidende Weichenstellung erfolgte für Bergen bereits Anfang der 70er Jahre mit der Umsetzung der niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform. Die Stadt Bergen wurde Einheitsgemeinde und bestand am 1. Januar 1973 aus 13 Ortsteilen mit 12.339 Einwohnern (zuzüglich der NATO-Angehörigen) und einer Gemarkungsfläche von 16.366 Hektar. Eine ausführlichere Beschreibung hierzu gibt es unter dem Menüpunkt „Gemeindereform“.

Die 70er Jahre standen in Bergen für die gewachsene Internationalität. Besonders enge Beziehungen wurden mit den Niederlanden und Großbritannien gepflegt, was natürlich mit den Stationierungen von Militärangehörigen dieser Nationen in Bergen-Hohne zu tun hatte.

Um diese engen, freundschaftlichen Beziehungen auch öffentlich sichtbarer zu machen und gleichzeitig weiter zu verbessern, gab es bereits vom 13. – 20. Juni 1970 eine „Niederländische Woche“ in Bergen. Empfänge, Veranstaltungen und sportliche Wettkämpfe sorgten dafür, dass diese Woche das Verhältnis und Verständnis zwischen der Stadt Bergen und den Niederländern in unserer Region noch weiter intensivierte. Im Winter 1978/79 konnte Bergen die Vorteile dieser Freundschaft direkt erleben, als niederländische Panzerpioniere spontan und unbürokratisch bei den Räumarbeiten der Schneekatastrophe halfen und sicher stellten, dass viele der abgeschnittenen Dörfer und Bauernhöfe aus der Umgebung von Bergen wieder erreicht werden konnten.

Nach den guten Erfahrungen mit der „Niederländischen Woche“ gab es im Juni 1979 eine Erweiterung dieser Aktivitäten auf eine „Britisch – Deutsch – Niederländische Woche“, die ebenfalls sehr gut von der Bevölkerung der Stadt Bergen sowie den Freunden aus den Partnerländern angenommen wurde.

 

Neben dem wachsenden Bevölkerungsanteil aus Großbritannien und den Niederlanden kamen in den 70er Jahren auch immer mehr Neubürger mit einem kurdischen Hintergrund nach Bergen.

 

Obwohl es wirtschaftlich nicht mehr so rund lief wie noch in den 60er Jahren, gab es in Bergen auch in den 70er Jahren keinen Stillstand in der Verbesserung der Infrastruktur. Anfang März 1972 beschloss der Rat der Stadt Bergen noch im Jahr 1972 mit dem Bau einer neuen Sporthalle am Heisterkamp zu beginnen. Die ehemalige Turnhalle am Heisterkamp aus der Nachkriegszeit musste bereits 1967 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Am 3. April 1973 war es dann soweit, dass der scheidende Bürgermeister Wilhelm Brockmann die neue Sporthalle im Beisein zahlreicher Ehrengäste festlich einweihen konnte. Die Gesamtbaukosten betrugen 2.250.000 DM. Der Landkreis Celle gab hierzu einen Zuschuss von 380.000 DM und ein zinsloses Darlehn von 100.000 DM. Aus der Bevölkerung kamen Spenden in Höhe von 43.274 DM.

 

Um das sportliche Angebot in Bergen abzurunden, wurde am 21. Januar 1975 vom Stadtrat noch der Beschluss zum Bau eines Hallenbades gefasst. Im Januar 1977 entschied man sich schließlich für den Vorschlag der Architekten BDA DWB Ziegenmeier und Pfitzner aus Hannover und konnte im Dezember 1979 das Bad mit allein Einrichtungen seiner Bestimmung übergeben.

Im schulischen Bereich ist in diesem Jahrzehnt besonders die Einweihung der neuen holländischen Mittelschule in Bergen zu erwähnen sowie der Umzug der Sonderschule aus dem bisherigen Provisorium in ihr neues Schulgebäude in der Langen Straße 11.

1971 weihte die Hastra, der Stromlieferant für den Stomversorgungsverband Osthannover, in Bergen ein neues Umspannwerk ein, welches in knapp eineinhalb Jahren Bauzeit entstanden war. Das Grundstück, auf dem das Umspannwerk gebaut wurde, war mit 6.800 Quadratmetern großzügig angelegt und umfasste das Schalthaus, zwei Betriebsgebäude mit Werkstatt, Lager und Garage sowie ein Wohnhaus für zwei Familien. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf 2,5 Millionen DM.

Im Januar 1975 wurden das vergrößerte Wasserwerk der Stadt Bergen und die vergrößerte Kläranlage Bergen der Öffentlichkeit übergeben. Durch die enorme Vergrößerung der Stadt Bergen durch die Gemeindereform, war es nötig geworden beide Werke zu vergrößern.

Internationale Partnerschaften sind für jede Stadt von äußerster Wichtigkeit in Zeiten der Globalisierung. Die Stadt Bergen erkannte dies schon sehr frühzeitig und konnte bereits am 16. April 1977 mit der Stadt Pembroke in Wales Partnerschaftsurkunden unterzeichnen. In der Urkunde heißt es:

„Pembroke in der Nähe von Castlemartin Range und Bergen am Rande des NATO-Truppenübungsplatzes haben Probleme gleicher Art zu lösen. Nach Castlemartin kommen seit Jahren deutsche Panzereinheiten zu Schießübungen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen sind britische Truppeneinheiten stationiert, deren Familien Bürger von Bergen sind.“
 

 

Zum Abschluss dieses bewegenden Jahrzehnts erhielt die Stadt Bergen königlichen Besuch. Die Königinmutter, Queen Mum, besuchte die britische Einheit „1st The Queen´s Dragoon Guards“ in der Haig-Kaserne in Bergen Hohne und trug sich anschließend auch in das Gästebuch der Stadt Bergen ein.

 

Zum Ende der 70er Jahre lag die Einwohnerzahl der gewachsenen Stadt Bergen bei rund 13.000 Einwohnern.