1960 - 1969
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Geschichte der CDU Bergen von 1960 - 1969

Die 60er Jahre sind eine Zeit des Umbruchs. Schlagzeilen dieses Jahrzehnts sind u. a. der Bau der Berliner Mauer durch die „DDR“, um damit das eigene Volk an der Flucht in den Westen zu hindern, die Kuba Krise, der Vietnamkrieg, die Kulturrevolution in China, der Kalte Krieg, Präsident Kennedy (unvergessen bei den Bundesbürgern durch sein Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“ vom 26. Juni 1963), der Prager FrühlingWoodstock sowie die Mondlandung.

Dazu gab es einschneidende gesellschaftliche und politische Veränderungen. Dies kam hauptsächlich dadurch zustande, dass die erste Nachkriegsgeneration zur Jugend heranreifte und alles hinterfragte, was ihnen die vorherigen Generationen im Positiven wie Negativen mit auf dem Weg gaben. Die daraus resultierenden Veränderungen hinterließen einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland.

Für die junge Stadt Bergen entwickelte sich zunächst alles hervorragend. Ein Wehrmutstropfen stellte lediglich die Situation dar, dass sich nicht all die Firmen in Bergen ansiedeln konnten, die dies vorhatten, da es einen Mangel an Arbeitskräften gab.

Die Bautätigkeiten gingen auch in diesem Jahrzehnt ungebremst weiter. Gleich zu Beginn dieses Jahrzehnts konnten sich die Bürger Bergens über die Einweihung des neuen Freibades freuen.

Am 7. April 1957 hatte der Bergener Stadtrat den Beschluss zum Bau des Freibades gefällt. Für rund 550.000 DM wurde der Bau in der Folgezeit vom Bergener Architekten Dipl.-Ing. Alfred Röhl sowie vielen Bergener Firmen umgesetzt. Am 3. Juli 1960 (einem regnerischen und nasskalten Tag) war es dann endlich soweit, dass das Freibad seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Nachdem im Jahr 1968 auch noch eine Vorwärmanlage eingebaut wurde, die dafür sorgte, dass die Wassertemperatur konstant mindestens 22°C betrug, gab es jährlich rund 100.000 Besucher im Freibad.

Bereits 1955 hatte die damalige Gemeinde Bergen eine moderne, fortschrittliche Kläranlage für rund 650.000 DM gebaut und in Betrieb genommen. 1964 kam dann endlich auch ein eigenes Wasserwerk hinzu, welches u. a. von den Firmen Anton Boertz aus Bergen und Berkefeld-Filter aus Celle, gebaut wurde. Die Gesamtkosten für die Ersteinrichtung des Wasserwerkes beliefen sich auf rund 1,2 Mio DM. Doch damit war der baulichen Maßnahmen noch lange nicht genug. Es wurden u. a. ein neuer Kindergarten gebaut, eine neue Kirche (Sühnekirche) und eine komplett neue Schule (Eugen-Naumann-Schule).

 

Die Notwendigkeit dieser neuen Gebäude zeigt auf, dass sich das Leben in Bergen positiv entwickelte. Die Einwohnerzahl wuchs stetig und vor allem die wachsende Kinderschar erfüllte die Stadt mit Leben und Zuversicht für die Zukunft.

Doch all diese Infrastrukturmaßnahmen sowie die vielen weiteren Ausgaben für den Unterhalt der Stadt bedeuteten natürlich ein hohes Ausgabenvolumen für die Stadtkasse. Dazu kamen weitere finanzielle Belastungen für die Stadt, die mit dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne und den dort stationierten Soldaten und deren Familien verbunden waren. Erst Mitte der 60er Jahre begann sich diese Situation zu entspannen, da Bergen durch nachhaltiges Drängeln vom Land Niedersachsen eine Ausgleichszahlung für die Stationierungen erhielt.

Am 9. April 1964 trat der NATO-Schießplatz Bergen-Hohne durch ein tragisches Ereignis in die öffentliche Wahrnehmung. Bei einem Übungsschießen verfehlten Mörsergranaten ihr Ziel und schlugen in einen Lastkraftwagen mit in- und ausländischen Beobachtern ein. Neun tote Offiziere (sieben Deutsche, ein Holländer und ein Indonesier) sowie zehn Verletzte waren bei diesem Unglück zu beklagen.

Zu den vielen positiven Nachrichten dieses Jahrzehnts in Bergen gehörte u. a. die Feierstunde zur Umbenennung der Mittelschule in „Hermann-Ehlers-Mittelschule“ (später „Hermann-Ehlers-Realschule) am 29. Oktober 1962. Hermann Ehlers war von 1950 bis zu seinem Tode im Jahr 1954 Präsident des Deutschen Bundestages. Da seine Mutter vom Hof Rabe in Sülze abstammte und er in seiner Kindheit und Jugend viel Zeit in der Region rund um Bergen verbrachte, war Hermann Ehlers Bergen stets freundschaftlich verbunden.

Die positive Grundstimmung dieses Jahrzehnts wurde 1969 durch ein besonderes Medienspektakel untermauert: Eine Autorallye von Bergen nach Bergen. Eine Frankfurter Public-Relations-Agentur veranstaltete diese Rallye. Über 20 Journalisten kamen am 4. Juni 1969 nach Bergen, um bundesweit über den Start dieser Rallye zu berichten. Die Teilnehmer der Rallye hatten einige originelle Aufgaben zu erfüllen, bevor sie per Auto, Schiff und wieder Auto in Bergen (Norwegen) ankamen. Die Sieger hatten in ihrem Auto eine Eiche der Baumschule von Brockmann in Bergen als Mitbringsel im Gepäck, die anschließend in Bergen (Norwegen) gepflanzt wurde.

 

Am Ende dieses Jahrzehnts war die Einwohnerzahl Bergens auf die stattliche Zahl von über 5.700 angewachsen.