1950 - 1959
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Geschichte der CDU Bergen von 1950 - 1959

Die 50er Jahre waren geprägt durch die unterschiedliche Entwicklung in West- und Ostdeutschland. Während die Bundesrepublik vom Marshallplan und der florierenden Weltkonjunktur geprägt wurden, gab es in der „Deutschen Demokratischen Republik“ statt „Wirtschaftswunder“ nur Planwirtschaft und die Einschränkung von Meinungs- und Bewegungsfreiheit.

Wie die gesamte Bundesrepublik profitierte auch Bergen von der positiven Entwicklung in Westdeutschland. Viele Gebäude und Einrichtungen wurden modernisiert oder sogar ganz neu gebaut. Dies traf unter anderem auf die Erweiterung der Hinrich-Wolff-Schule im Jahr 1956 zu, auf den Rathausumbau im Jahr 1957 (acht neue Büroräume, ein neuer Sitzungssaal und ein neuer Besprechungssaal), aber natürlich auch auf die Neubauten, wie z. B. die Kreismittelschule, die im März 1954 eingeweiht werden konnte oder ganze Straßenzüge, die in Bergen erstmals einen mit Platten belegten Bürgersteig erhielten, was zuvor nie da war. Zusätzlich konnte Stadt Bergen am 8. September 1957 auch noch die neue Sportanlage am Heisterkamp dem TuS Bergen und den Schulen feierlich übergeben.

 
 

Andererseits war aber noch längst nicht alles Gold, was glänzte. So schrieb die „Cellesche Zeitung“ in einem Artikel vom 8. Januar 1955:

„Der Ort hat ein neues Gesicht bekommen, das mehr dem einer Kleinstadt, denn einer Landgemeinde ähnelt. Überall konnte insbesondere eine rege Bautätigkeit festgestellt werden. So sind z. B. die Lücken in den Häuserzeilen der Celler Straße fast geschlossen. Die beiden großen Geschäftshäuser zwischen Post und Berger Bach, wozu noch das Geschäftshaus von Konert und Sohn auf der anderen Seite des Berger Baches kommt, haben die hier bisher bestehende Lücke geschlossen.

Beim Sportplatz sind durch den Siedlungsbau ganz neue Wohnviertel entstanden, die ein geschlossenes Ganzes bilden. Im Zuge der Hermannsburger Straße, An der Bahn, wurde ebenfalls fleißig gebaut. (...)

Und doch ist die Wohnungsnot in Bergen noch derart groß, dass man mit Schrecken an die große Zahl der Wohnungssuchenden denkt (...)“.

Neben den Herausforderungen an den Bausektor wurde in diesem Artikel auch noch das herausragende Ereignis für Bergen in diesem Jahrzehnt angesprochen: Die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1957! Hierauf wird in dem extra Menüpunkt „Stadtwerdung von Bergen“ eingegangen.

Zusätzlich erblühte das Wirtschafts- und Kulturleben wieder in Bergen. Im Wirtschaftsbereich sind hierbei besonders die Gründung des Gewerbevereins im Jahr 1952 zu nennen und natürlich, dass der Truppenübungsplatz Bergen (damals wie heute ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor für Bergen) ab 1958 wieder unter deutsche Verwaltung gestellt wurde.

Im Kulturbereich wurde das Schützenfest ab 1950 wieder in Bergen gefeiert, der Fanfarenzug 1958 gegründet und ein zweites Kino öffnete seine Pforten für das Publikum. Auch ansonsten gab es jede Menge kultureller Veranstaltungen, die in Bergen dazu führten, dass man wieder mit mehr Lebenslust und –freude in die Zukunft blickte.

Neben dem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft, lohnte sich 1958 allerdings auch ein Blick in die Vergangenheit: Im Januar 1958 wurde in Bergen das 100-jährige Bestehen der „Meisterklasse“ mit dem traditionell verbundenen „Meisterball“ gefeiert. Dies wurde natürlich mit dem damit verbundenen „Bauernbier“ getan.

Zum Ende dieses Jahrzehnts war die Stadt Bergen das Zuhause für mehr als 5.000 Einwohner.